Lilly Rullkötter und Emmelot Sutmuller vom Gymnasium Wohlen gewannen 2023 den ersten KI-Wettbewerb ETH. Dabei entwickelten die beiden Schülerinnen eine App für Outfit-Vorschläge basierend auf Wettervorhersagen.
Zwei Aargauer Maturandinnen bewiesen 2023, dass man kein Informatik-Nerd sein muss, um bei einem KI-Wettbewerb ETH zu gewinnen. Lilly Rullkötter (17) und Emmelot Sutmuller vom Gymnasium Wohlen siegten beim ersten KI-Wettbewerb der ETH Zürich in der Kategorie Creative Coding.
Die beiden Schülerinnen lernten sich erst im Projektunterricht Informatik kennen. Dabei hatten sie zunächst keine konkrete Projektidee. «Wir hatten praktisch keine Ahnung von KI. Ausserdem fehlte uns eine Idee für ein eigenes Projekt. Dann machte uns der Lehrer auf den Wettbewerb aufmerksam», erklärt Emmelot Sutmuller gegenüber der NZZ.
Outfit-App beim KI-Wettbewerb ETH entwickelt
Ihre Idee überzeugte die Jury: Eine intelligente App, die basierend auf Wettervorhersagen passende Outfit-Vorschläge macht. Das Programm sollte die Garderobe der Nutzer kennen und je nach Wetter ein passendes Outfit zusammenstellen. Dafür programmierten die beiden Schülerinnen Block für Block und Zeile für Zeile.
Allerdings stiessen sie auf ein technisches Problem: Das Programm erkannte ihre eigenen Kleiderfotos nicht richtig. Ein Schuh wurde beispielsweise mit einem T-Shirt verwechselt. Die Lösung fanden sie schliesslich über die internationale KI-Plattform Kaggle: Mit einem Datensatz des Versandhändlers Zalando funktionierte die Bilderkennung deutlich besser.
Informatik als Pflichtfach im Aargau
Am Gymnasium Wohlen ist Informatik seit der ersten Klasse obligatorisch für alle Mittelschüler im Kanton. Dadurch verfügten beide Schülerinnen bereits über Programmierkenntnisse. Dennoch waren sie überrascht von ihrem Erfolg beim KI-Wettbewerb ETH.
Lilly Rullkötter verbringt viel Zeit am Computer. «Ich spiele viel!», sagt die 17-Jährige. Sie plant ein Studium an der ETH Zürich, möglicherweise in Biochemie. Emmelot Sutmuller hingegen wollte nach dem intensiven Programmieren etwas anderes machen. «Nach dem vielen Programmieren wollte ich etwas komplett anderes machen», erklärt sie. Für ihre Maturarbeit verglich sie deshalb zwei literarische Bücher und interessiert sich für interdisziplinäre Naturwissenschaften.
Der erste KI-Wettbewerb der ETH Zürich für Jugendliche fand 2023 statt. Dabei sollte er zeigen, dass KI-Projekte auch ohne tiefe Vorkenntnisse möglich sind. Weitere Informationen zum aktuellen Wettbewerb gibt es auf ki-wettbewerb.ch.








