Wer denkt, ein Bürojob sei langweilig, hat sich noch nicht mit dem Beruf Kauffrau oder Kaufmann EFZ befasst. Hier ist kein Tag wie der andere: E-Mails beantworten, Kundendaten erfassen, Sitzungen organisieren, Angebote schreiben, Lieferungen koordinieren und dabei immer den Überblick behalten. Kaufleute sind die Organisationstalente hinter den Kulissen. Sie sorgen dafür, dass alles rundläuft, ob in einer Versicherung, bei der Post, in einer Schule oder einem Reisebüro.
Der Beruf ist vielseitig, weil er in ganz verschiedenen Branchen ausgeübt werden kann. Die Möglichkeiten reichen vom internationalen Konzern bis zum kleinen Familienbetrieb. Genau das macht ihn so spannend und beliebt.

Eine Lehre mitten im echten Geschäftsleben
Die Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann EFZ dauert drei Jahre. Je nach Modell findet sie im Lehrbetrieb und in der Berufsschule statt (duales System), oder zusätzlich mit überbetrieblichen Kursen. In der Schule lernst du Fächer wie Wirtschaft, Kommunikation, Recht und Informatik. Im Betrieb arbeitest du von Anfang an aktiv mit, zum Beispiel in der Buchhaltung, im Personalwesen, im Kundendienst oder im Einkauf.
Viele Lernende schätzen, dass sie schon früh Verantwortung übernehmen dürfen. Man arbeitet mit echten Kunden, echten Daten, echten Zahlen – das ist nicht einfach Theorie, sondern gelebte Praxis.

Wer passt in diesen Beruf?
Kaufleute sind Allrounder. Man sollte gut organisiert sein, gerne am Computer arbeiten und keine Angst vor Zahlen haben. Wichtig ist auch, dass man klar kommunizieren kann, sei es per E-Mail, am Telefon oder in Meetings. Wer gerne plant, mitdenkt, freundlich auftritt und sich gut ausdrücken kann, ist in diesem Beruf genau richtig. Ein gewisser Ehrgeiz, Lernbereitschaft und Zuverlässigkeit gehören auch dazu, denn in vielen Büros geht es zügig voran, zum täglichen Büroalltag gehören Termine, Fristen und Deadlines.

In welchen Branchen arbeiten Kaufleute?
Die Ausbildung ist so flexibel, dass sie in fast jeder Branche möglich ist. Besonders viele Lehrstellen gibt es in:
- Verwaltungen (Gemeinde, Kanton, Bund)
- Banken und Versicherungen
- Industrie und Handel
- Logistik und Transport
- Reise- und Tourismusbranche
- Baugewerbe, Architektur, Immobilien
- Schulen, Spitäler und soziale Einrichtungen
Beliebt bei Jugendlichen sind vor allem Stellen mit Kundenkontakt oder internationalen Themen, wie zum Beispiel in der Reisebranche oder im Export. Andere interessieren sich eher für Organisation, Buchhaltung oder Personalwesen. Je nach Lehrbetrieb sind die Schwerpunkte unterschiedlich und genau das macht die Wahl so individuell.

Was verdient man in der Lehre?
Die Löhne unterscheiden sich je nach Branche und Region leicht, aber ungefähr gelten folgende Richtwerte (brutto/Monat):
- 1. Lehrjahr: CHF 800 – 1’000
- 2. Lehrjahr: CHF 1’000 – 1’200
- 3. Lehrjahr: CHF 1’200 – 1’400
Nach der Lehre liegt der Einstiegslohn bei rund CHF 4’000 – 4’800. Mit Erfahrung und Weiterbildung kann dieser deutlich steigen.

Welche Möglichkeiten gibt es im Anschluss an eine KV-Lehre?
Wer eine kaufmännische Lehre abgeschlossen hat, dem stehen viele Türen offen. Mögliche Weiterbildungen sind:
- Sachbearbeiterkurse in Bereichen wie Buchhaltung, HR oder Marketing
- Höhere Fachschule oder Fachausweis (z. B. als Direktionsassistent/in)
- Berufsmaturität (entweder während oder nach der Lehre)
- Spätere Studien an einer Fachhochschule (z. B. Betriebsökonomie, Tourismus, Kommunikation)
Viele Lernende steigen nach der Lehre direkt ins Berufsleben ein, andere nutzen die Lehre als Sprungbrett für weitere Ausbildungen. Beides ist möglich.

Voraussetzungen für die Lehre als Kauffrau oder Kaufmann EFZ?
Wenn du gerne planst, organisierst, kommunizierst und Verantwortung übernimmst, ist dieser Beruf eine hervorragende Wahl. Es ist ein Beruf mit Zukunft, mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten, und kann der Start deiner Karriere sein.
Du arbeitest im Team, aber oft auch selbstständig. Du sitzt am Schreibtisch, aber dein Alltag ist alles andere als eintönig. Viele Jugendliche wählen diesen Beruf, weil er so viele Wege eröffnet, und weil man damit in fast jeder Branche arbeiten kann.








