Du beginnst demnächst deine Lehre oder stehst kurz vor dem Abschluss und machst dir Gedanken über die Zeit danach? Ganz gleich, welchen Beruf du erlernst, die Lehrabschlussprüfung muss nicht das Ende deiner Ausbildung sein: Wenn du dich für eine Berufsmatura entscheidest, stehen dir viele grossartige Karrierewege offen.
Ob du sie während der Lehre (BM1) oder danach (BM2) machst, liegt ganz bei dir. In beiden Fällen ebnet dir eine Berufsmatura den Weg an eine Fachhochschule (FH). Dort kannst du praxisnah studieren, ohne den klassischen Umweg übers Gymi oder die Uni zu nehmen. Wenn das für dich interessant tönt, bekommst du in diesem Ratgeber einen Überblick, wie der Weg von der Lehre zum Studium aussehen kann.
Was genau ist die Berufsmatura?
Die Berufsmaturität, kurz Berufsmatura oder BM, ist eine Zusatzqualifikation zur Lehre. Sie erweitert dein Wissen in Fächern wie Mathematik, Naturwissenschaften, Sprachen, Gesellschaft oder Wirtschaft. Abhängig davon, welchen Schwerpunkt du wählst. Ziel ist es, dich sowohl schulisch als auch fachlich auf ein Studium vorzubereiten.

Es gibt zwei Wege zur Berufsmatura:
- BM1: Diese Matura machst du parallel zur Lehre, du besuchst also zusätzliche Schultage neben deiner Ausbildung.
- BM2: Diese Variante startet nach der Lehre, entweder in Vollzeit oder berufsbegleitend.
Beide Möglichkeiten führen zum gleichen Abschluss. Der Unterschied liegt im Zeitpunkt und in der Organisation. Wichtig ist: Du brauchst Disziplin und Motivation, aber es ist absolut machbar und eröffnet dir viele neue Chancen.
BM1: Die Berufsmatura während der Lehre
Wenn du von Anfang an weisst, dass du später studieren willst, ist die BM1 eine gute Wahl. Du belegst während der Lehre zusätzliche Schulfächer, um die Berufsmatura zu machen. Das heisst, dass du ein bis zwei Tage pro Woche zusätzlichen Unterricht haben wirst.
Der Vorteil: Nach deinem Lehrabschluss hast du bereits die Berufsmatura in der Tasche und kannst direkt weiter an die Fachhochschule. Du sparst Zeit und bleibst im «Lernflow».
Der Nachteil: Es kann ziemlich fordernd sein, Beruf und Schule gleichzeitig zu meistern. Wer sich gut organisieren kann und gerne lernt, kommt aber gut durch. Es bedeutet jedoch auch, öfters mal daheim zu sitzen und zu lernen, wenn deine Kollegen und Kolleginnen in den Ausgang gehen.
Tipp: Sprich frühzeitig mit deinem Lehrbetrieb darüber, ob und wie sie dich bei der BM1 unterstützen, zum Beispiel mit zusätzlichen Freitagen für Prüfungen oder Lernzeit. Viele Unternehmen sind dazu gern bereit.

BM2: Die Berufsmatura nach der Lehre
Wenn du von der Lehre schon genug beansprucht bist oder du dich erst später für ein Studium entscheidest, ist die BM2 dein Weg. Du kannst die Berufsmatura in einem Jahr Vollzeit oder in zwei Jahren berufsbegleitend machen. So lässt sich Lernen gut mit Arbeiten verbinden.
Viele entscheiden sich nach der Lehre für ein Zwischenjahr, um Geld zu verdienen, erste Berufserfahrung zu sammeln und danach mit neuer Energie in die BM2 zu starten. Es ist ein flexibles Modell, das sich gut an deine Lebenssituation anpassen lässt.
Ob du lieber gleicht durchziehst oder dir mehr Zeit nimmst: Die Inhalte unterscheiden sich nicht und am Ende steht das gleiche Diplom.
So oder so steht dir der Weg zu einem Studium offen, wenn du genügend motiviert bist.

Fachhochschule: Praxisnahes Studium mit Berufserfahrung im Gepäck
Mit der Berufsmatura kannst du dich an der Fachhochschule (FH) einschreiben – ganz ohne Matur oder Aufnahmeprüfung. Dort erwarten dich praxisorientierte Studiengänge in Bereichen wie:
- Technik und Ingenieurwesen
- Gesundheit und Pflege
- Wirtschaft und Management
- Design und Kommunikation
- Soziale Arbeit
- Informatik und Medien
Das Studium an einer Fachhochschule ist meistens in Module gegliedert und dauert rund drei Jahre bis zum Bachelorabschluss. Es ist ideal für alle, die nicht nur Theorie büffeln, sondern auch praktisch arbeiten möchten. Projekte, Fallbeispiele und echte Erfahrungen in der Berufswelt gehören zum Alltag. Du bringst durch deine Lehre bereits wertvolles Wissen mit, das dir einen enormen Vorteil verschaffen kann. Natürlich ist ein Studium anspruchsvoll, aber mit deinen Voraussetzungen wird es gewiss nicht langweilig.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Berufsmatura?
Die Berufsmatura, egal ob während der Lehre (BM1) oder danach (BM2), stellt eine zusätzliche Herausforderung dar, die Motivation, Ehrgeiz und gutes Zeitmanagement verlangt. Du solltest selbstständig lernen können und bereit sein, auch mal Freizeit gegen Lernzeit einzutauschen. Gute Leistungen in der Lehre sind eine wichtige Grundlage, um die anspruchsvolleren Inhalte der Berufsmatura zu bewältigen. Wer ein klares Ziel vor Augen hat und gut organisiert ist, kann mit Ausdauer und Engagement die Berufsmatura erfolgreich absolvieren und sich damit neue berufliche Perspektiven eröffnen.
Fazit: Eine Lehre ist ein super Einstieg ins Berufsleben – aber sie muss nicht das Ende deiner Ausbildung sein. Mit der Berufsmatura und einem Studium an der Fachhochschule kannst du beruflich richtig durchstarten. Und das ganz ohne Gymi, aber mit viel Praxis, echtem Know-how und jeder Menge Perspektiven.








